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Kaffee aus dem Thermobecher oder Pappbecher? Das sollten Sie bedenken!

Kaffee aus dem Thermobecher oder Pappbecher? Das sollten Sie bedenken!

 Unsere Gesellschaft wird immer mobiler und flexibler – und das hat auch Einfluss auf unsere Ess- und Trinkgewohnheiten. Ob Sie nun der Fan des ausgewogenen Frühstücks sind oder vor dem Mittag nichts essen: Für die meisten von uns gehört die Tasse Kaffee am Morgen einfach selbstverständlich dazu! Und die wird immer häufiger unterwegs getrunken: jede vierte Tasse Kaffee wird inzwischen außer Haus konsumiert und das oftmals aus einem Thermobecher oder Pappbecher. Ein Trend, der mit den ersten Kaffeeketten aus den USA zu uns kam und für viele Menschen längst zum Lifestyle gehört.

 Ob beim Bäcker, an der Tankstelle, im Kiosk, in der Eisdiele oder im Fast-Food-Restaurant – das beliebte Heißgetränk bekommt man überall auf dem Weg zum Job, zur Uni oder zum Einkaufsbummel schnell und bequem im "To-go"-Pappbecher mit Deckelchen.

Etwa 15 Minuten lang erfüllt dieser Becher seinen Zweck – dann wird er weggeworfen. Ca. 320.000 solcher Einwegbecher landen jede Stunde bei uns im Müll; diese Menge summiert sich im Jahr auf fast unglaubliche 3 Mrd. Becher! Diese finden sich dann leider auch mal achtlos weggeworfen in Parkanlagen, auf Autobahn-Randstreifen und an Bahngleisen oder quellen aus den Mülleimern in der Fußgängerzone, weil die Städte mit der Leerung nicht mehr nachkommen. Dabei ist der Berg von etwa 40.000 Tonnen Abfall allein aus Coffee-to-go-Bechern durchaus vermeidbar.

Warum der Pappbecher nicht gut wegkommt

 Die Einwegbehältnisse haben eine katastrophale Ökobilanz: Ihre Herstellung verbraucht jährlich 1,5 Milliarden Liter Wasser und es entstehen 83.000 Tonnen Co2-Emissionen. Rund 43.000 Bäume lassen für das Material ihr Leben – und die Beschichtung der Becher sowie die Plastikdeckel benötigen 11.000 Tonnen Kunststoff in der Produktion.

 Apropos Beschichtung: Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, dürfen die Kaffeebecher nicht in den Papiercontainer, sondern müssen im Restmüll entsorgt werden. Sie können nicht recycelt werden und kommen in die Verbrennung. Diese Beschichtung hat es auch ganz schön in sich: sie besteht aus perfluierten Polymeren – Chemikalien, die sich in Verbindung mit Fett und Wärme lösen und so unwissentlich mitgetrunken werden. Sie bauen sich nur langsam wieder im Körper ab. Die Plastikdeckel wiederum bestehen aus Polystyrol, einem Material, in dem hormonell wirksame Stoffe enthalten sind.

Alternative Nr. 1: Pfandsysteme

Doch auf Ihren geliebten Kaffee unterwegs müssen Sie deshalb nicht verzichten: Es gibt mittlerweile verschiedene Ansätze, der Flut der Pappbecher zu begegnen. So bieten z. B. manche Kaffeeketten, Bäckereien, Mensas & Co. eigene Pfandbechersysteme an. In der Regel zahlen Sie 1 Euro zusätzlich für den Becher und geben ihn zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurück – dieses Getränkepfand kennt man bereits vom Glühwein auf immer mehr Weihnachtsmärkten.

An der Universität Duisburg – Essen initiierten Studenten zusammen mit anderen Umweltinteressierten und der Firma CUPFORCUP ein Pfandsystem, das mobilen Kaffeegenuss in den Uni-Cafeterien in Duisburg und Essen sowie in Essen-Rüttenscheid ohne Pappbecher möglich macht – ein Aufkleber an der Tür des Geschäfts zeigt sofort, ob man hier seinen Becher auch wieder zurückgeben kann.

Auch das StartUp RECUP bietet ein Mehrwegbecher-System an, das sich deutschlandweit etablieren soll: mit einer App kann sich der Kunde vorab informieren, welche Teilnehmer angeschlossen sind. Einige Städte sind bereits überzeugt von der Idee und bieten eigene Städte-Becher-Editionen an.

All diese Initiativen sind derzeit jedoch noch lokal begrenzt auf einzelne Ketten oder Zusammenschlüsse von Geschäften, sodass ein Pfandbecherystem noch nicht flächendeckend genutzt werden kann. Haben Sie aber stets die gleichen Wege, lohnt es sich auf jeden Fall für Sie, sich über ein Mehrwegsystem in Ihrer Region zu informieren – für Ihren täglichen Kaffeegenuss, umweltschonend und gesundheitsbewusst!

Alternative Nr. 2: Eigener Thermobecher

Eine weitere gute Möglichkeit, die Pappbecher zu vermeiden, ist die Anschaffung eines eigenen Thermobechers. Dieser hat einen klaren Ökovorteil gegenüber seiner Wegwerf-Konkurrenz und kann zusätzlich mit einigen Vorteilen punkten:

  1. 1.      Bessere Isolierung: Thermobecher haben eine Isolierfunktion für mindestens 1,5 Stunden – doppelt beschichtete Modelle aus Edelstahl sogar bis zu 24 Stunden! Sie können Ihren Kaffee also in Ruhe trinken und brauchen ihn nicht runterzustürzen, bevor er schon wieder kalt ist. Außerdem: Sie verbrennen sich im Zweifelsfall nicht die Finger am heißen Getränk ...
  2. 2.      Besserer Geschmack: Durch die Außentemperatur und den Kontakt mit Sauerstoff verliert Kaffee schnell sein komplexes Aroma. Im Thermobecher bleibt es viel länger erhalten und eventuelle Geschmacksbeeinträchtigungen durch die Pappbecher-Beschichtung bleiben aus.
  3. 3.      Besserer Transport: Die Einwegbecher sind meist bis zum Rand befüllt – was den Kunden eigentlich freut, kann beim Sprint zur Bahn oder der Bremsung im Auto richtig unangenehm werden. Wenn das Plastik-Deckelchen nicht dicht genug ist und der Kaffee überschwappt, sind Genuss und gute Laune am Morgen dahin ...
  4. 4.      Bessere Aussichten fürs Portemonnaie: Zunächst muss man natürlich ein passendes Modell für sich finden und etwas investieren. Doch für langlebige Thermobecher, die Sie täglich begleiten, lohnen sich Recherche und Vergleich – denn: Bei manchen Cafés oder Kaffeeketten bekommt man sogar einen Preisnachlass, wenn man den eigenen Becher befüllen lässt. Auf Dauer gesehen rechnet sich das also.

Thermobecher gibt es in allen erdenklichen Ausführungen, Preisklassen und Designvarianten – da bleiben garantiert keine Wünsche offen! Praktisch ist eine kleine Variante mit einer Füllmenge von ca. 200 ml; diese Bechergröße lässt sich in der Regel bequem direkt unter die Kaffeemaschine stellen und es muss nicht umgefüllt werden. Wer über einen längeren Zeitraum sein Lieblingsgetränk genießen möchte und einfach mehr braucht, findet auch Modelle mit über 700 ml.

Ob der persönliche Thermobecher aus Edelstahl, Porzellan, Glas, Silikon oder anderen Materialkombinationen besteht, ist letztlich eine Frage des individuellen Geschmacks und des Geldbeutels. Es gibt sogar langlebige, komplett biologisch abbaubare Varianten aus Bambusfasern und Mais! Wichtig ist: Er sollte gut in der Hand liegen, den Kaffee möglichst lange heiß halten, selbstverständlich auslaufsicher und unkompliziert zu reinigen sein. Wenn der Becher dann noch ein verhältnismäßig geringes Eigengewicht hat, hat er das Zeug zum Favoriten für ungetrübten Unterwegs-Kaffee!

Allerdings füllen noch nicht alle Kaffeeanbieter das "dunkle Gold" in den mitgebrachten Thermobecher: meist werden hygienische Gründe angeführt. Das Lebensmittelrecht und die Gepflogenheiten der Gastronomie stehen dann schon mal dem umwelt- und gesundheitsbewussten Alltag im Weg. Hier sollten Sie sich jedoch nicht entmutigen lassen: Je mehr Kaffeeliebhaber den eigenen Becher über die Theke reichen, desto mehr Betriebe werden beginnen, umzudenken. Und wer weiß – vielleicht gehört Ihre Lieblingsbäckerei bald zu den Vorbildern in Sachen nachhaltiger Kaffeeausschank?!