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Kaffee oder Espresso? Keine Frage der Bohne!

Espresso oder Kaffee? Nicht die Bohne macht den Unterschied!

Aromatisch-rund der eine, deutlich kleiner, kräftiger und konzentrierter der andere: Was Geschmack und Optik anbelangt, sind Kaffee und Espresso leicht voneinander zu unterscheiden. Die Basis der beiden heißgeliebten Getränke ist jedoch der gleiche Rohstoff – der allerdings jeweils völlig anders weiterverarbeitet und zubereitet wird.

In der Tat unterscheiden sich die Kaffeebohnen für Espresso und Kaffee im Rohzustand nicht. Für beide werden hauptsächlich Bohnen der Sorte Arabica (Coffea arabica) und Robusta (Coffea canephora) verwendet, wobei Arabica als die hochwertigere Sorte gilt. Auch hinsichtlich Erntezeitpunkt, Aufbereitung der Kaffeebohnen und der weiteren Behandlung gibt es keine Unterschiede. Erst ab der Röstung trennen sich die Wege der Rohbohnen.

1.      Unterschiede in der Kaffee- und Espressoröstung

  • Kaffeebohnen werden 10-15 Minuten geröstet und nehmen beim Rösten eine matte, gelbliche bis mittelbraune Farbe an.
  • Espressobohnen werden länger (15 - 18 Minuten) und damit dunkelbraun geröstet. Ihr typischer Glanz entsteht durch den vermehrten Austritt von Ölen aufgrund der längeren Röstung.

Die Röstdauer beeinflusst nicht nur Farbe und Öligkeit der Bohnen, sondern auch das Gewicht, die Intensität der Aromen und den Abbau von Säuren (Chlorogensäure). Dass Espresso weicher schmeckt als Kaffee und bekömmlicher ist, hängt mit diesem vermehrten Säureabbau durch das längere Rösten zusammen. Zudem verlieren Rohbohnen im Laufe der längeren Espressoröstung mehr Wasser, wodurch es zu einem leichten Gewichtsverlust kommt. Dieser Wasserverlust bedeutet wirtschaftlich gesehen natürlich einen Nachteil. Nicht immer aber wird der Preis von Espressobohnen im Vergleich zu Kaffeebohnen angehoben. Es ist auch möglich und in Großröstereien gängige Praxis, den Wasserverlust auszugleichen, indem nach der Röstung wieder Wasser hinzugefügt wird – meist, indem die Bohnen mit kaltem Wasserdampf abgekühlt werden. So erhöhen sich Bohnenvolumen und -gewicht. Der Gesetzgeber verhindert durch genaue Vorgaben in der Kaffeeverordnung, dass der Wasseranteil künstlich übermäßig hochgetrieben wird: So darf der maximale Wasseranteil von Kaffeebohnen fünf Prozent nicht übersteigen.

2.      Unterschiede in der Zubereitung von Kaffee und Espresso

Mit der längeren Röstung allein ist es nicht getan – auch aus dunkel gerösteten Bohnen entsteht nicht zwangsläufig Espresso. Einige weitere Besonderheiten in der Zubereitung sorgen dafür, dass kein Kaffee, sondern Espresso in die entsprechende (bei Espresso vorgewärmte dickwandige) Tasse fließt. So können ausschließlich Espressomaschinen sowie einige Kaffeevollautomaten den für Espresso notwendigen Druck aufbauen. Kaffee hingegen lässt sich je nach Vorliebe auf verschiedenste Weise zubereiten. Die Varianten reichen von Herdkanne und French Press über diverse Filter-Methoden und Kapsel- oder Padmaschinen bis zum modernen Kaffeevollautomaten.

  • Der Mahlgrad der Bohnen für Espresso und Kaffee ist verschiedenartig. Espressomehl muss sehr gleichmäßig und fein gemahlen sein und wird vor dem Kontakt mit dem Wasser gepresst, damit es dem Druck standhält. Für die meisten Kaffee-Varianten ist hingegen ein grober bis mittlerer Mahlgrad ideal ist. So bietet das Kaffeepulver dem ohne Druck fließenden Wasser ausreichend Widerstand, um leicht durchsickern zu können und dabei Aromen zu transportieren.
  • Der Druck ist daswesentlichste Unterscheidungskriterium. Der für Espresso erforderliche Druck, um das Wasser durch das gepresste Kaffeemehl zu leiten, beträgt mindestens 9 bar.
  • Brühdauer sowie Brühtemperatur von (Filter-) Kaffee und Espresso unterscheiden sich ebenfalls. Die Kaffee kann während des Brühens ohne Druck bis zu 8 Minuten Wasserkontaktzeit haben. Das Kaffeewasser ist dabei mit einer Temperatur von ca. 92 bis 96°C fast kochend heiß. Beim Espresso sind es lediglich 25 bis 30 Sekunden, in denen das 85 bis 91°C heiße Wasser durch das Kaffeemehl gedrückt wird. Brühdauer. Während Kaffee je nach Zubereitungsmethode recht lange zieht (bis etwa maximal 8 Minuten), dauert es beim Espresso maximal 30 Sekunden.

Unterschiede im Geschmack von Espresso und Kaffee

Aufgrund der längeren Röstung, der kürzeren Brühzeit und der geringen Wassermenge von ca. 25-30 ml schmeckt Espresso intensiver und kräftiger als Kaffee, zugleich aber ist er angenehm verträglich. Da er wesentlich weniger Säuren  enthält als Kaffee, bekommt Espresso empfindlicheren Mägen meist besser. Die für Espresso typische Aromen schützende Schaumschicht bildet sich indes auch auf Kaffee Crema aus dem Vollautomaten. Geschmacklich erinnert Kaffee Crema daher an einen weniger konzentrierten Espresso, während Filterkaffee einen ganz eigenen, eher leichten und vielschichtigen Geschmack hat, der überhaupt nicht mit Espresso zu verwechseln ist. Sowohl bei Espresso als auch bei Kaffee bestimmen zudem die verwendeten Kaffeesorten den Geschmack. Der körperreiche Robusta schmeckt zuweilen leicht erdig und bitter, zudem enthält er mehr Koffein und mehr Säure. Aber er ist der Garant für eine schöne, stabile Crema – daher wird er gerne mit Arabica kombiniert. Der Robusta- Anteil in hochwertigen Espressomischungen beträgt maximal 20 Prozent.

Unterschiede im Koffeingehalt von Espresso und Kaffee

Espresso gilt als Munter- oder Wachmacher. Und tatsächlich steckt mehr Koffein im Espressopulver als im Kaffeepulver. Dennoch enthält eine normale Tasse Kaffee mehr Koffein, allein schon wegen der größeren Menge.

Der kleine Schwarze ist also durchaus „stark“, da konzentriert, aber um in Summe die Koffeinmenge einer Tasse Kaffee zu erreichen, sind zwei bis drei Tassen Espresso erforderlich!

Das wird bei dieser Rechnung deutlich: 100 ml Espresso – was ungefähr drei Espressotassen entspricht – haben je nach Sorte 20-30% mehr Koffein als 100 ml Kaffee – was etwas mehr als einer halben Tasse Kaffee entspricht.

Fazit: Espresso und Kaffee sind verwandt, aber grundverschieden!

Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass der Hauptunterschied zwischen Kaffee und Espresso in der Röstdauer der Rohbohnen und der Zubereitung begründet liegt, während die Bohnen selbst theoretisch von ein- und derselben Kaffeepflanze stammen können. Espresso ist wegen des geringeren Säuregehalts magenfreundlicher als Kaffee, er schmeckt intensiver und enthält zwar mehr Koffein als Kaffee, was sich aber durch die wesentlich geringere Trinkmenge relativiert. Im Tassenvergleich hat Kaffee mehr Koffein!